Lothar Matthäus im Interview zum DFB-Neustart unter Klopp
Deutschlands Rekordnationalspieler freut sich auf die Länderspiele in dieser XXL-Pause und ist überzeugt, dass Jürgen Klopp der Richtige ist auf dem Posten des Bundestrainers.
„Er hat viel reingeholt, was andere verloren haben“
Selten hat sich ein Land mehr auf die Nations League Spiele gefreut. Und das vor allem wegen Jürgen Klopp. Was erwarten Sie von diesen ersten Spielen? Und was muss Jürgen Klopp vielleicht auch anders machen als die Vorgänger?
Lothar Matthäus: Jürgen Klopp wird Jürgen Klopp sein und nicht schauen, was haben die anderen falsch oder richtig gemacht. Er wird seinen eigenen Weg gehen. Den ist er schon bei den Pressekonferenzen gegangen. Die waren sehr dynamisch, sehr klar, sehr fordernd. Jürgen hat sehr viel Erfahrung, hat vor allem auch Erfolge vorzuweisen mit Dortmund, mit Liverpool, auch mit Mainz. Er hat sich dadurch einen Namen gemacht und hat Selbstvertrauen bekommen. Er strahlt das auch aus, und das überträgt sich auf die Mannschaft. Ich habe volles Vertrauen zu ihm. Deswegen war er wahrscheinlich auch der erste und einzige Kandidat beim DFB, der für diesen Posten infrage gekommen ist. Er muss nichts anders machen als seine Vorgänger, sondern er muss das Richtige machen. Von der Stimmung her hat er schon viel reingeholt, was die anderen verloren haben.
Was zeichnet Jürgen Klopp aus?
Matthäus: Bei Jürgen Klopp weiß jeder Spieler, woran er ist – im Guten wie im Schlechten. Er hat Undav angerufen, hat einen Baumann angerufen und ganz klar gesagt, was Sache ist, warum sie nicht dabei sind. Es ist einem Spieler das Liebste, auch wenn es nicht hören will, dass er weiß, warum er nicht dabei ist. Er kennt zumindest die Gründe. Und Jürgen hat den Spielern, die dabei sind gesagt: „Ich will euch sehen, ihr habt Fähigkeiten und ihr könnt dabei helfen, den deutschen Fußball wieder dahin zu bringen, wo er hingehört, nämlich an die Weltspitze.“